Diagnose … und nun?

Ängstlich, vermeidende Persönlichkeit(sstörung)

Vielfach stellen sich betroffene Personen die Diagnose, eine ängstlich, vermeidende Persönlichkeit zu sein selber. Dies beruht wohl einerseits darauf, dass man sich zwar bewusst ist, im sozialen Umgang Schwierigkeiten zu haben, jedoch in Unkenntnis ist, dass die Psychologie dafür einen Namen kennt. Ist der Druck zu gross, wird im Netz nach Antworten gesucht und stösst dann eventuell irgendwann auf die Symptom-Beschreibung der Störung. Andererseits fehlt den Betroffenen oft der Mut und das Wissen, wohin man sich wenden kann. Der bequemste Weg bedeutet Rückzug. Der Teufelskreis ist vorprogrammiert, denn einerseits wünscht man sich Kontakte, gleitet aber in die Isolation ab!

 

Dies muss und darf nicht sein. Auch wenn sich die Störung weder durch Therapie noch durchMedikamente heilen lässt, so kann man lernen, die Störung zu akzeptieren und mit ihr zu leben.

Oft ist mit der Feststellung und dem Wissen, dass man eine ängstlich, vermeidende Persönlichkeit ist, der Grundstein gelegt. Peter Fiedler und Sabine C. Herpertz schildern in Ihrem Buch «Persönlichkeitsstörungen», dass sie Rückmeldungen von Betroffenen erhalten, die sich wie folgt geäussert hätten: Mit der Erkenntnis «Jetzt weiss ich endlich wieder, wer ich bin» geht es mir viel besser und ich kann mit der Situation zwischenmenschlicher Kontakte eher umgehen. Für die beiden Autoren war dies überraschend.

 

Nicht für mich, da ich diese Erfahrung auch bei mir selber machen konnte. Ich bin auch der Meinung, dass der Kontakt mit Gleichgesinnten sehr viel zur Verbesserung der Situation beitragen kann. Einerseits wird man sich bewusst, dass etliche Personen gleich empfinden und andererseits wird mit dem Austausch genau jene Tätigkeit ausgeführt, wovor man Angst hat: soziale Kontakte!

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